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Die Karte des Erzgebirgischen Kreises.
Beschrieben wird die Entstehungsgeschichte
eines Kupferstiches
der als handkolorierter Nachstich in erster Auflage
wahrscheinlich
zwischen 1752 und 1756 erschienen ist.

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Ursprung
des Stiches
Der Nachstich
Noch ein Plagiat ?
Ursprung
des Stiches.
Adam Friedrich ZÜRNER
(seit
1711 kartographisch tätiger Pfarrer und späterer
kurfürstlich-königlicher Geograph, Land- und Grenzkommissar;
im Staatsarchiv Dresden sind ca. 900 Zürnische Handzeichnungen
überliefert.)
und sein Kondukteur Johann Paul TRENCKMANN schufen
im Zuge der
kursächsischen Landesaufnahme für den "Atlas
Augusteus Saxonicus" auch
eine Karte des " Erzgebirgischen Kreises".
Schon zu Lebzeiten Zürners wurden heimlich Manuskriptkarten
kopiert, um sie
gewinnbringend bei Verlagen abzusetzen, während
ihm selbst die Veröffentlichung
aus Geheimhaltungsgründen verboten war.
Ursprungskarte
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Ausschnitte des ursprünglichen Stiches in 2 Tafeln
Heutige
geografische
Lageskizze des historischen Stiches vergrößern:

Der
Nachstich.
Nach Zürners Tod 1742 spielte Johann
Christian von HENNICKE (Intimus des Premierministers
Heinrich von BRÜHL) das Kartenerbe dem Verlag Peter
SCHENK (Amsterdam und Leipzig)
zu,
wo es seit 1752 in mehreren Auflagen als »Neuer
sächsischer Atlas« erschien und von den Kartenverlagen
HOMANNS Erben in Nürnberg, SEUTTER und LOTTER in
Augsburg und Le RONGE in Paris nachgestochen und
weit verbreitet wurde.
Auf diese Weise kam vor oder nach 1742 auch die
Karte des Erzgebirgischen Kreises an
Peter SCHENK (1693 - 1775), der sie als Kupferstich
von zwei Platten herausgab.
Schenks Zutat war ein eigenes künstlerisches Bildprogramm,
das sich von dem auf ZÜRNERs handgezeichneter Originalkarte
gänzlich unterscheidet.
Allerdings ist davon auszugehen, daß auch hierbei
auf schon vorhandenes fremdes Bildmaterial zurückgegriffen
wurde. Zumindest ist dies nachweisbar bei der Darstellung
des Bergbaubetriebes im rechten Teil des Stiches.
So findet sich zum Beispiel das graphische Urbild
für das große Wasserrad, das die Kolbenstangen von
vier Pumpensätzen
bewegt, in dem bekannten
" Bericht vom Bergkwerck " von Georg Engelhard
LÖHNEYSS (Zellerfeld 1617).
Dieses mit 16 Holzschnitten versehene Buch beruhte
wiederum fast ausschließlich auf AGRICOLA 1556 und
ERCKER 1574.
Löhneyss Stich vergrößern

Vergrößerung
Nachstich
 
Nachstich von SEUTTER auf zwei Platten.
Der vorliegende Nachstich wurde vom Verlag des Matthias
SEUTTER (1678-1756) herausgegeben.
Kupferstich
von zwei Platten, handkoloriert, Kartenbildgröße
55,8 x 95,0 cm,
Maßstab 1 : 170000
, gestochen von Tob(ias)
Conr(ad) Lotter, 1. Ausgabe
Die östliche Hälfte gleicht völlig
der Schenkschen Platte.
Die westliche entspricht ihr kartographisch, erhielt
aber Eigenständigkeit in der Ausschmückung. Der
Titel wurde latinisiert, mit SEUTTERs Namen versehen,
ohne ZÜRNER oder SCHENK zu nennen, und mit einer
malerischen Landschaft geschmückt, in der allegorische
Figuren mit der Herbeischaffung und Verhüttung des
Erzes beschäftigt sind.
Unten links sieht man Berg- und Hüttenleute vor
einem Mundloch mit Haspel und einem
qualmenden Hochofen, Werkzeuge und Zeichengerät.
Das Haus und der Baum unten rechts mußten unverändert
von Schenk übernommen werden,
weil sie der auslaufende Teil des Bildes von der
östlichen Druckplatte sind, das Schenk als Bergbaulandschaft
mit vielen technischen Details des Unter- und Übertagebetriebes
gestalten ließ.
Die obere Darstellung der übereinander gelegten
Vermessungs- und Zeicheninstrumente wie sie Markscheider
und Kartographen benutzten, stammt ebenfalls von
Schenks Stich.
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Kartusche des Nachstiches. |

Inschrift
in der Kartusche :
Mappa Geographica Circuli Metalliferi Electoratus
Saxoniae
cum omnibus, quae in es sunt
comprehenduntur Praefecturis et Dynastiis quales
sunt:
I. Praef.Zwicavienses .....................
XXV.Praef.Hohenstein
Mattth(ias)
Seutter Geogr(aphicus)
Caesar
Aug(usta)
Vin(delicorum)
Datierung
des Nachstiches.
1756 fiel M. SEUTTERs Kartenverlag
als Erbe an seinen Sohn Albrecht Karl und seine
beiden Kupferstecher und Schwiegersöhne Georg Balthasar
PROBST und Tobias Conrad LOTTER (1717-1777).
Letzterer benannte den Verlag allein auf seinen
Namen um, radierte den SEUTTERs von den Platten
und ersetzte ihn durch den eigenen.
Da auf vorliegendem Druck SEUTTER noch Verleger
im Titel, Lotter aber nur als Stecher links unten
stehen, ist anzunehmen, daß die Karte zwischen 1752
und 1756 in 1. Auflage erschienen ist.
Als Peter SCHENK später eine zweite, inhaltlich
verbesserte Auflage mit dem Bildschmuck seiner ersten
herausgab, wurde auch diese von SEUTTER mit dem
zum Teil Schenkschen, zum Teil mit eigenem künstlerischen
Schmuck seiner 1.Ausgabe gedruckt, wiederum von
Lotter gestochen. Eine dritte Augsburger Fassung
erschien dann unter dem Verlegernamen LOTTER
Keine der hier genannten Fassungen von ZÜRNER bis
LOTTER ist datiert.

Noch ein Plagiat ?
Blatt aus dem WESTFALIA-Wandkalender
von 1987
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Das Gemälde aus der Zeit um 1770 bis
1780 zeigt in den Motiven eine sehr
deutliche Übereinstimmung mit SCHENCKs Stich.
Von den vier Bergbeamten, die bei SCHENCK den Vordergrund
beleben, sind allerdings nur die zwei mit den Tätigkeitsattributen
"Barte" und "Anschnittholz"
ausgewählt worden.
Nur der linke obere Bildteil zeigt eine Darstellung,
die bei SCHENCK nicht vorkommt.
Aber auch dieser Bildausschnitt , der eine mit menschlicher
Muskelkraft mühsam betriebene so genannte Drückelpumpe
zeigt, ist von dem unbekannten Maler aus einem weiteren
Kupferstich aus dem Werk von LÖHNEYSS (Zellerfeld
1617) übernommen.
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