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Beschreibung des historischen Kalibergwerkes
"Königshall-Hindenburg"








Die Tektonik der Lagerstätte des Kalibergwerkes "Königshall-Hindenburg"
Das Staßfurt-Kaliflöz war auf Königshall-Hindenburg als komplizierte Lagerstätte ausgebildet.
Die primäre Lagerbildung geschah im Zechstein vor 230 Millionen Jahre.
Zwei, zeitlich verschiedene tektonische Ereignisse haben die Lagerstätte stark verformt.
Während die ältere prae-kimmerische Beanspruchung die flachwelligen NE-SW Strukturen schuf,
ist die Hauptfaltung des Salzgebirges mit ihren Hauptsattelstrukturen und ihren begleitenden Mulden
auf die jüngere Tektonik in der kimmerischen Zeit (185 Millionen Jahre) zurückzuführen, in die auch
die Entstehung des "Leinegrabens" datiert wird.

Eine unruhige Lagerstättenstruktur mit vielen Mulden und Sätteln, die Höhenunterschiede
bis zu 200 Metern aufwiesen, war die Folge dieser Tektonik.

Das normalerweise durchschnittlich 12 Meter starke Kaliflöz wies Mächtigkeitsschwankungen
zwischen 2 bis 35 Meter auf.

Durch Überkippungen wurde teilweise das Liegende Steinsalz zum Hangenden, das heißt,
der feinstratigraphische Flözaufbau war auf den Kopf gestellt. Das Hangende war brüchiger.

Gefährliche Gasbläser konnten jederzeit ungewollt angefahren werden und erforderten Sicherheits-Vorbohrungen
beim Vortrieb im unverritzten Feld.

Sicherheitsabstände zu den ersoffenen Grubenbauen und zum liegenden Basalanhydrit waren strikt zu beachten.

Drei verschiedene Ausbildungsarten des Flözes als
*** bauwürdiges Hartsalz,
*** unbauwürdigen Carnallitit,
*** unbrauchbare Vertaubung
erschwerten die Einteilung in sichere, wahrscheinliche oder vermutbare Lagerstätten-Vorräte.

Die bergpolizeiliche Verpflichtung zum Verfüllen der leeren Abbauräume mußte wegen der
schwierigen Tektonik durch den nicht unproblematischen Spülversatz von Fabrikrückstand gelöst werden.

Die Erkundung des abbauwürdigen Hartsalzlagers gestaltete sich als schwierig.
Als Beispiel zeigt eine Schnittzeichnung die Bemühung, durch Tiefkernbohrungen die richtigen Ansatzpunkte für
die Hauptstrecken X1 und X2 zu finden, die das neue Feld IV durch einen weiteren Blindschacht aufschließen sollten.

Stratigraphie-Bezeichnungen (nach Tabelle auf der Vorseite).

T4 = Roter Salzton.
Na3 = Jüngeres Steinsalz.
A3 = Hauptanhydrit.
T3 = Grauer Salzton
K2(S) = Kaliflöz Staßfurt als abbauwürdiges sylvinitisches Hartsalz.
K2 (C) = Kaliflöz Staßfurt als nicht abbauwürdiger Carnallitit.
Na2 = Älteres Steinsalz.
A2 = Basalanhydrit (als umgewandelter Gips NaCl-Laugenhaltig).

Aus der Zeichnung ist zu ersehen, daß alle Gesteinsschichten durch tektonische Ereignisse
stark verformt sind - keine Schichtung verhält sich "flözgerecht".
Die Umwandlungen des Carnallitits in Hartsalz gehen von den Muldentiefsten aus, hier sind die Hauptspalten
im Schichtverband entstanden, durch die NaCl-Laugen aus dem Basalanhydrit A2 aufsteigen und die nasse Umwandlung
der Primär-Lagerstätte in Hartsalz und Vertaubung vornehmen konnten.

Das folgende Bild vermittelt einen Eindruck von den Schwierigkeiten durch die Tektonik.

 



 

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